Animal Uprising Week 2025
Im Jahr 2025 entwickelte sich die Animal Uprising Week zu einem breiteren Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Tierrechtsbewegung. Aktivist:innen aus verschiedenen Organisationen beteiligten sich an der Organisation der Woche, darunter Tier im Fokus, ATRA, der Wildtierschutz Schweiz, die AG Tierrechte der Jungen Grünen, Swissveg und die Stadttaubenhilfe St. Gallen.
Im Vergleich zum ersten Jahr gewann die Initiative an Struktur und Sichtbarkeit. Eine eigene Website entstand, Informationen und Veranstaltungen wurden stärker koordiniert, und die Woche brachte zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen zusammen, die sich in der ganzen Schweiz für Tierrechte engagieren. Viele Organisationen und lokale Gruppen beteiligten sich mit Aktionen, Veranstaltungen und Strassenoutreach. Die Animal Uprising Week entwickelte sich damit weiter zu einem gemeinsamen Projekt für Sichtbarkeit, Austausch und Engagement für Tiere.
Die Animal Uprising Week 2025 startete in der Nacht auf Montag mit einer anonymen, nächtlichen Protestaktion in St. Aubin im Kanton Fribourg gegen den geplanten Mega-Schlachthof der Migros (Micarna). Trotz zahlreicher Einsprachen wurde der Bau des neuen Hühnerschlachthofs bewilligt. Künftig sollen dort jährlich 31 Millionen Hühner getötet werden – mehr als 577'000 fühlende Lebewesen – Woche für Woche. Das Projekt löste in der Bevölkerung und in den Medien eine breite Diskussion aus.
Montag, 20. Oktober
Am Montag führten Aktivist:innen von Ticino Animal Save eine Mahnwache vor dem Schlachthof MATI in Cresciano im Tessin durch. Sie dokumentierten, was sonst im Verborgenen bleibt, und legten Zeugnis für die Tiere ab, die auf dem Weg in den Tod waren. Animal Rights Switzerland organisierte am Montag einen Vortragsabend zum Thema «Hintergründe der Schweizer Tierindustrie», in dem sie über die Ab- und Hintergründe der Tierindustrie und aus der Recherche zu ihrer grossen Aufklärungskampagne berichteten.

Ebenso fand am Montag von ATRA TICINO eine Konferenz zum Thema «Der kreative Ausdruck der Tiere und unsere Beziehung zu ihnen» mit dem bekannten Zooanthropologe, Ethnologen und Philosophen Roberto Marchesini in Lugano statt. In Aarau war der Wildtierschutz Schweiz mit einer Standaktion präsent und kam direkt mit der Bevölkerung ins Gespräch. Mit einer kostenlos verteilter veganer Kürbiscremesuppe wurde für eine nachhaltige und tierfreundliche Ernährung geworben, und über die Initiative «JA zur tierversuchsfreien Zukunft» informiert. Die Aktion bot eine niederschwellige Möglichkeit zum Austausch und zeigte, wie Genuss, Mitgefühl und Aufklärung Hand in Hand gehen können.
Dienstag, 21. Oktober
Am Dienstag fand eine Standaktion vom Taubenverein Lindenplatz beim Stauffacher in Zürich statt, um die Menschen über die katastrophale Situation unserer Stadttauben zu sensibilisieren. Der Taubenverein verteilte Sticker, Knöpfe, Karten und Buchzeichen und sprach mit Passant:innen. Leider musste der Stand irgendwann wegen schlechtem Wetter abgebaut werden.

In Lugano fand ein Vortrag mit Massimo Tettamanti (Wissenschaftlicher Berater von ATRA Schweizerische Vereinigung zur Abschaffung der Tierversuche) zum Thema Tierversuche «Kritische Analyse und Entwicklung alternativer Methoden» statt.

Im Volkshaus Zürich sprach Dr. med. Renato Werndli (CIVIS Schweiz) zum Thema «JA zur tierversuchsfreien Zukunft». Als engagierter Arzt und CO-Präsident von CIVIS beleuchtete er die ethischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Gründe für ein Ende von Tierversuchen und zeigte auf, welche innovativen, tierversuchsfreien Methoden heute bereits zur Verfügung stehen.

Swissveg und vegans of Winterthur organisierten einen Rundgang durch Winterthur, auf dem man bei Geschäften vorbeischaute, welche vegane Produkte verkaufen. Der Rundgang startete im Bioladen «Rägeboge» mit einem schmackhaften Apéritif. Weiter ging es zur BakerBakery, bei der jede:r ein Cookie offeriert bekam, und endete im tibits zum Ausklang und mit einer Verlosung mit tollen Preisen. Jede Person erhielt zudem einen kleinen Plan, auf dem die Geschäfte mit Adresse eingezeichnet waren. Toller Event!
Mittwoch, 22. Oktober
Auch die Stadttaubenhilfe St. Gallen war in der Animal Uprising Week unterwegs und organisierte am Mittwoch eine Stand- und Flyeraktion um auf die Situation der Stadttauben in St. Gallen aufmerksam zu machen und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Der Lebenshof Association Co&xister in Frenières-sur-Bex öffnete seine Türen für einen Besuchstag. Die Gäste hatten die Gelegenheit, den Bewohnerinnen und Bewohnern des Lebenshofs in Ruhe zu begegnen und wertvolle Momente mit den dort lebenden Tieren zu verbringen. Beim anschliessenden gemeinsamen Snack bot sich zudem Raum für Austausch und Gespräche. Der Tag machte eindrücklich erlebbar, wie ein respektvolles und friedliches Zusammenleben von Menschen und anderen Tieren aussehen kann.

Am Mittwochnachmittag wurde im Lachyoga-Workshop mit Sonja tatsächlich viel gelacht. Ziel des Workshops war es, die Selbstfürsorge zu stärken, die im Aktivismus oft zu kurz kommt, und neue Gesichter kennenzulernen. Verschiedene Lockerungs- und Interaktionsübungen bildeten die Grundlage für den Lachkreis, der am Ende stattfand.
Donnerstag, 23. Oktober
Fast 30 Personen nahmen an den beiden von Tier im Fokus (TiF) organisierten Stadtrundgängen teil. Sie führten durch die Berner Altstadt und vermittelten die Geschichte der Stadt – stets mit einem besonderen Fokus auf das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Was hat es mit dem Kindlifresserbrunnen auf sich? Warum lagen die Schlachthäuser früher mitten in der Stadt? Und wie lange wurde das Fleisch der Bären aus dem Bärengraben noch serviert? In kurzen, teils schauspielerischen Performances wurden diese und viele weitere Geschichten lebendig. Die Resonanz war gross: Es wurde gelacht, gestaunt und engagiert mitdiskutiert.

Im Gespräch mit Passant:innen über Speziesismus und Mitgefühl entstand vom Denkpinsel alias Michael Meier, in Winterthur eine Graphic Wall. Sie zeigt die Widersprüche zwischen den Gefühlen und Überzeugungen vieler Menschen und ihrem Umgang mit Tieren.

Der Verein Wildtierschutz Schweiz stellte sich vor, mit einer Standaktion auf dem Postplatz in Chur zum Thema «Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen».

DAS TIER + WIR führte die Podiumsdiskussion «Tierethik für die Erwachsenen von morgen – wie frühe Ethikvermittlung unsere Gesellschaft verändert» durch. Tierethiker Nico Müller diskutierte gemeinsam mit den Tierethiklehrerinnen Maya Conoci und Cristina Jeker über die Bedeutung früher Tierethikvermittlung sowie über Chancen und Herausforderungen der Tierethik im Unterricht und in der Gesellschaft. Zwei Abende wurden bei TIF ganz der Tierpolitik gewidmet. «Inside Stadtrat» gab Einblicke in die Arbeit im Berner Stadtrat und in der Tierparkkommission. Es wurde aufgezeigt, wie sich die Stimme der Tiere im politischen Alltag bemerkbar macht, welche Hürden bestehen und wo sich erste Chancen zeigen. Im Anschluss wurde gemeinsam diskutiert, Ideen wurden ausgetauscht und beim Apéro weitergedacht.
Freitag, 24. Oktober
An einem weiteren Abend wurde gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Tierrechte der Jungen Grünen Schweiz zu einem Workshop eingeladen. In gemütlicher Runde wurden konkrete Ideen für politische Vorstösse auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene entwickelt – mit dem Ziel, Tierrechte Schritt für Schritt in die Parlamente zu bringen. Anschliessend klang der Abend beim gemeinsamen Aperölen aus.
Samstag, 25. Oktober
Am letzten Tag trotzte die Bewegung dem Wetter: Über 40 Aktivist:innen versammelten sich am Bahnhof Bern, um in einer Line of Silence still auf das Leiden der Tiere in Ställen und Laboren aufmerksam zu machen.

Anschliessend klang die Woche mit einem warmen Curry und Live-Musik von Soya the Cow und Piano Prince aus – ein wunderschöner, kraftvoller Abschluss.